SZ 01.06.2026
15:14 Uhr

Krieg in Nahost: Israel wird nicht sicherer, wenn es  Südlibanon verwüstet


Mit jedem Kilometer, den Israels Armee nach Norden vorrückt, schafft sie Fakten. Was als Verteidigung gegen die Hisbollah verkauft wird, folgt dem Gaza-Modell. Mit allen Konsequenzen.

Krieg in Nahost: Israel wird nicht sicherer, wenn es  Südlibanon verwüstet
Rauchwolken nach einem israelischen Luftangriff bei Tyrus: Wiederholt sich in Libanon, was in Gaza geschah? KAWNAT HAJU/AFP

Die israelische Armee weitet ihren Militäreinsatz gegen die Hisbollah aus, so lautet die offizielle Begründung. Doch tatsächlich geht es um mehr als die Hisbollah. Es geht um Libanon. Und darum, Fakten zu schaffen und die Grenzen dauerhaft in das Nachbarland hinein zu verschieben. Ja, Israel hat selbstverständlich das legitime Recht, sich gegen Terrorangriffe der von Iran unterstützten Miliz zu verteidigen. Aber dieses Recht ist kein Freibrief. Tausende Tote, massenhafte Vertreibung, zerstörte Städte, verwüstete Landstriche im Süden des Landes: „Langfristige nationale Sicherheit zu gewährleisten, deckt sich sicherlich nicht damit, ganze Dörfer dem Erdboden gleichzumachen“, sagte Janina Drill, Professorin für internationale Sicherheit an der Universität Oxford, der BBC.

Mit der Einnahme der rund 900 Jahre alten Kreuzfahrerburg kontrolliert Israel die Stellung zum ersten Mal seit dem Abzug seiner Truppen aus dem Südlibanon im Mai 2000 - nach einer 18-jährigen Besatzung. Von der Hügelkette aus haben die Streitkräfte einen weiten Blick über den Südlibanon und den Norden Israels, von wo aus die Hisbollah Angriffe gestartet hatte.

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